Hämophilie A behandeln
Hämophilie, auch als „Bluterkrankheit“ bekannt, ist eine genetisch bedingte Blutgerinnungsstörung. Den Betroffenen fehlt der für die Blutgerinnung essentielle Faktor VIII.
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Prophylaxe oder Bedarfsbehandlung: Der Schweregrad entscheidet

Faktorenmedikamente können nicht nur akut, sondern im Bedarfsfall auch vorbeugend angewendet werden.

Die fehlenden Faktoren werden nicht nur bei einer akuten Behandlung eingesetzt, sondern – je nach Schweregrad der Hämophilie – auch vorbeugend, also prophylaktisch. Die Prophylaxe (Vorbeugende Maßnahmen etwa zur Verhinderung von Krankheiten) bietet vor allem bei Patient:innen mit mittelschwerer und schwerer Hämophilie Vorteile: Sie verhindert Spontanblutungen und Einblutungen in die Gelenke.

So ist es vielen Patient:innen heute möglich, mit wenigen Einschränkungen zu leben. Allerdings gibt es dabei folgendes zu beachten: Die Faktorpräparate sollten in regelmäßigen Abständen verabreicht werden. Das liegt daran, dass der Faktor sozusagen aufgebraucht wird. Die Geschwindigkeit, auch Halbwertszeit genannt, mit der er aufgebraucht wird, ist von Mensch zu Mensch, und von Präparat zu Präparat verschieden. Um zu ermitteln, wie häufig ein Faktorpräparat verabreicht werden muss, wird die Halbwertszeit des Faktors im Blut ermittelt.

Die Halbwertszeit gibt einen Zeitraum an, in dem sich die Menge des Faktors im Blut auf die Hälfte reduziert. Bei einer Halbwertszeit von zwölf Stunden wäre also zwölf Stunden nach der Verabreichung nur noch die Hälfte der ursprünglichen Faktormenge vorhanden. Nach weiteren zwölf Stunden dann die Hälfte der Hälfte und so weiter. Nach einer bestimmten Zeit ist also nur noch sehr wenig Faktor VIII im Blut vorhanden. Es ist also nötig, neuen Faktor ins Blut zu verabreichen, damit die Gerinnung weiter funktioniert. Je länger also die Halbwertszeit ist, desto seltener muss der:die Patient:in sich das Medikament verabreichen.